Was an hellen Tagen trotzdem anstrengend sein kann
- Stefan Schrägstrich

- vor 1 Tag
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Helle Tage sind nicht automatisch leichte Tage. Das klingt erstmal widersprüchlich, weil wir mit Sonne und langen Abenden ja eher Aufbruch verbinden. Trotzdem kenne ich dieses Gefühl gut, dass außen alles freundlich wirkt und es innen trotzdem zappelt.
Gerade in diesem Monat, in dem ich mich mit Jahreszeiten, Alltag und kleinen Anlässen beschäftige, fällt mir das wieder auf. Wenn es länger hell ist, wird oft auch der Anspruch an den Tag größer. Man müsste doch rausgehen. Man könnte doch noch etwas erledigen. Man sollte das gute Wetter ausnutzen. Und während draußen alles offen und lebendig wirkt, wird es im Kopf nicht automatisch klarer.
Ich merke das an dieser eigentümlichen Zerstreutheit. Ich fange etwas an, springe zum Nächsten, lese denselben Satz zweimal und schaue doch wieder auf das Handy. Nicht dramatisch. Aber in Summe anstrengend. Abends bin ich müde, obwohl der Tag doch vermeintlich leicht war.
Mehr Licht heißt oft auch mehr Reize. Mehr Aktivität, mehr Geräusche, mehr Impulse. Und manchmal auch mehr Druck in freundlicher Verpackung. Heute wird ein guter Tag. Heute bist du produktiv. So ein leiser innerer Taktstock kann ganz schön Energie ziehen. Vor allem, wenn man sich dann noch dafür kritisiert, dass man sich gar nicht so beschwingt fühlt, wie es angeblich sein müsste.
Ich glaube, es hilft, das ehrlich zu benennen. Mit dir stimmt nichts nicht, wenn dich ein lichter Tag nicht nur hebt, sondern auch ein bisschen auseinanderzieht. Alltag bleibt Alltag. Die Wäsche stapelt sich auch bei Sonnenschein. Der Kopf leert sich nicht automatisch, nur weil das Fenster weiter offen steht.
Was mir in solchen Phasen guttut, ist etwas sehr Konkretes. Etwas, das nicht blinkt und nichts von mir will. Ein Blatt Papier zum Beispiel. Ein Motiv, das einfach da ist. Wenn ich male, muss ich den Tag nicht optimieren. Ich wähle eine Farbe, fülle eine Fläche, werde am Rand etwas langsamer. Das ist unspektakulär, fast banal. Und genau das beruhigt.
Zerstreutheit wird selten ruhiger, wenn man noch mehr Input draufgibt. Sie wird ruhiger, wenn sich die Aufmerksamkeit sanft bündelt. Ausmalen ist für mich so ein Gegenpol. Kein großes Konzept, keine Selbsterklärung. Nur Linien, Formen, ein bisschen Humor. Manchmal male ich eben eine leicht überdrehte Katze mit Wanderhut aus, einfach weil es mich kurz aus dem inneren Kreisen holt.
Diese kleinen Anlässe zählen mehr, als man denkt. Zehn Minuten am Tisch, bevor der Abend weiterläuft. Eine angefangene Seite statt noch einer Runde am Bildschirm. Das verändert nicht alles. Aber es verschiebt etwas im Moment. Und manchmal reicht das völlig.
Wenn du merkst, dass dich helle Tage eher nervös machen als frei, dann erlaube dir ruhig, einen kleinen ruhigen Gegenpol einzubauen. Nicht als Pflichtprogramm, sondern als freundliche Markierung im Alltag. Ein bisschen Papier. Ein paar Farben. Ein Moment, in dem nichts aus dir herausgeholt werden muss.
Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, dann höre gerne in meinen Podcast "Kopfpause mit Schrägstrich" rein. Du findest ihn bei den bekannten Podcast-Streaming-Diensten.
Hinweis: Der folgende Text wurde mit Hilfe von KI-Werkzeugen erstellt.
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